Lebenslauf

 
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Jeder Große war einmal klein

Edmund von Bojanowski wurde am 14. November 1814 von Teresa Uminski, der Frau von Walenty von Bojanowski, im kleinen Dorf Grabonóg bei Gostyn im damaligen Fürstentum Posen geboren. Er wuchs in der religiösen Familie eines Gutsherrn auf. Ein Beispiel für lebendigen Glauben war für den kleinen Edmund seine tiefgläubige Mutter. Als fünfjähriges Kind wurde Edmund schwer krank, und seine Mutter bat die Muttergottes, ihren Sohn zu heilen. Sie wurde erhört, er blieb am Leben. Als Andenken spendete die Familie ein silbernes Auge der Vorsehung Gottes, dass bis heute vor der Pieta in der Basilika auf dem Heiligen Berg platziert ist.

Weite Horizonte

Die Eltern kümmerten sich von Anfang an um Edmunds Ausbildung. Er nahm zunächst Privatunterricht zu Hause. Schon damals offenbarten sich die humanistischen Interessen und literarischen Talente Bojanowskis. Als junger Mann studierte er zunächst an der Universität Breslau und setzte dies nach dem Tod seiner Eltern an der Universität Berlin fort. Seine größte Leidenschaft war damals die Literatur. Schon als Student schrieb er Artikel über die polnische Kultur, übersetzte Gedichte aus mehreren Sprachen und sammelte auch Volkslieder aus Polen und anderen slawischen Ländern. Doch trotz herausragender Fähigkeiten und allumfassender Interessen musste Edmund sein Studium abbrechen, da sich seine Lungenerkrankung stark verschlimmerte. 1838 kehrte er nach Grabonóg zurück und lebte bei seinem Halbbruder Teofil.

Hören auf das Volk

Trotz der Krankheit hat Edmund sein aktives Leben nicht aufgegeben. Er beteiligte sich aktiv kulturell und sozial. Als Mitglied der Vereinigung für Literatur gründete er ländliche Bibliotheken und suchte nach Möglichkeiten, das Niveau der Kultur und Moral unter den Menschen zu erhöhen, indem er traditionelle Volksbräuche wiederbelebte. Seine Artikel erschienen in mehreren Zeitschriften. Obwohl er selbst litt, konnte er in seiner natürlichen Sensibilität die Bedürfnisse anderer wahrnehmen. Als Adliger blieb er dem Problem der Lebensbedingungen von Menschen aus den ärmsten sozialen Schichten gegenüber nicht gleichgültig.

Herz auf der Hand

Eine besondere Phase in Edmunds Leben war der Choleraausbruch von 1849, dessen Konsequenzen das wachsende Elend der Bevölkerung und viele verwaiste Kinder waren. Bojanowski widmete sich selbst der Pflege kranker Menschen, kaufte Lebensmittel und Medikamente aus eigenen Ersparnissen und brachte den Arzt oder den Priester zu diesen Menschen. Besonders kümmerte er sich um Waisenkinder. Es lag ihm viel daran, ihnen die Bedingungen für die Entwicklung zu bieten. In Zusammenarbeit mit anderen Landbesitzern gründete er das sogenannte Institut - Das Haus der Barmherzigkeit, das von den Schwestern Vinzentinerinnen geführt wurde. Dort wurden sowohl die zahlreichen Kranken als auch die Waisenkinder betreut.


Ein Kind ist ein Schatz!

Edmunds große Sorge um die Kleinsten umfasste auch andere Dorfkinder. Er begann die ersten Betreuungsstätten für sie zu organisieren und entwickelte für sie ein Erziehungsprogramm für jeden Tag, jede Woche und jede Jahreszeit. Das Programm wurde durch die Liebe zu Gott und dem Nächsten geprägt und legte Wert auf polnische Kultur und Volksbräuche.

Gemeinsame Sorge, um zu beschützen

Edmund war ein großer Realist und wusste, dass mehr opferbereite Herzen und Hände für dieses Werk benötigt wurden. Er sammelte geeignete Dorfmädchen, um deren Vorbereitung er sich persönlich kümmerte und gründete am 3. Mai 1850 die Kongregation der Schwestern Mägde Mariens von der Unbefleckten Empfängnis. Von nun an widmete Edmund von Bojanowski sein ganzes Herz, seine Kraft, seine Fähigkeiten und sein Vermögen diesem Werk.

Warum Vater?

Edmund widmete sein Leben großzügig Kindern, Kranken und Armen. Die Kinder spürten seine authentische Liebe und nannten ihn spontan Papa. Ebenso sahen die Schwestern in ihm einen Vater, dem sie vertrauen konnten. Er selbst gab in seinem grenzenlosen Glauben an Vorsehung und Barmherzigkeit Gottes ein Beispiel für selbstlosen Dienst, indem er ständig den Willen Gottes suchte. Er trat sogar in das Priesterseminar ein dass er jedoch krankheitsbedingt verlassen musste. Danach lebte er bei seinem Freund Pfarrer Gieburowski in Górka Duchowna verbracht, wo er am 7. August 1871 starb. Er hinterließ seinen spirituellen Töchtern ein Testament, dass gleichermaßen eine Zusammenfassung seines Lebens in zwei Worten war: "Liebe und Schlichtheit."