Die Schwestern Mägde Mariens v. d. Unbefleckten Empfängnis

Im Dienst für den Menschen

Gestern – heute – morgen

Entstehung und Historie

Verlassene Waisenkinder nach einer Choleraepidemie, mangelnde Bildungsmöglichkeiten in einem von Großmächten dreigeteilten Land, große Armut in der Landbevölkerung, die Frauen zwingt, auf Gutshöfen zu arbeiten, und ihre Kinder zu vernachlässigen: Die Verhältnisse in Polen in der Mitte des 19. Jahrhunderts veranlassen den Landadligen Edmund von Bojanowski zu handeln.

Er richtet ein Waisenhaus und ein Krankenhaus ein. Eigens für die Dorfkinder seiner Zeit entwickelt er ein Erziehungsprogramm auf der Grundlage religiösen Brauchtums. Er ermutigt arme, gläubige und kinderliebe Dorfmädchen, zu dritt kleine Wohngemeinschaften zu bilden. Diese jungen Frauen nehmen sich gemäß Bojanowskis katholischer Erziehungslehre der Dorfkinder an. Gleichzeitig helfen sie Alten und Kranken und unterrichten am Abend die Mütter der Kinder, beten und lesen mit ihnen. 

Bojanowski, selbst kein Geistlicher, gibt dem Zusammenleben der jungen Frauen einen ordensmäßigen Stil und versieht es mit entsprechenden Regeln, die er speziell auf die neuen Aufgaben der Mädchen hin entwickelt.

Das erste Haus gründet er mit drei Mädchen am 3. Mai 1850. Ihm folgen weitere Häuser bzw. Wohngemeinschaften. Am 26. August 1856 kann er in Jaszkowo bei Srem ein Noviziat eröffnen. Daraufhin verbreitet sich die Gemeinschaft in Polen. 1866 wird die erste Niederlassung in Schlesien gegründet, wodurch der schlesische Zweig der Gemeinschaft entsteht. 1866 erhält die Ordensgemeinschaft die bischöfliche Bestätigung, 1931 das Decretum Laudis und 1947 die endgültige päpstliche Bestätigung. 

1910 wird das erste Haus in Berlin eröffnet, danach entstehen weitere Häuser in Deutschland. In Berlin arbeiten die Schwestern heute noch in zwei Seniorenheimen und in einem Krankenhaus. Die deutschsprachigen Ordensfrauen werden 1945/46 aus Schlesien ausgewiesen und gründen in der Nähe von Potsdam eine deutsche Ordensprovinz. Wegen der Teilung Deutschlands wird diese Provinz in eine ostdeutsche und eine westdeutsche geteilt. Die westdeutsche entsteht 1952 in Köln. Seit 1992 sind beide in einer „Deutschen Provinz“ mit dem Sitz in Köln wieder vereint. Das Generalat des Ordens ist in Breslau.